Miguel Bolaños
- Fellow 2025
- Tänzer und Choreograf im Bereich des zeitgenössischen, traditionellen und urbanen Tanzes, aus Heredia, Costa Rica
- Kooperationspartner: David Pupiales (Pasto, Kolumbien)
Miguel Bolaños ist Tanzschaffender mit Schwerpunkt Choreografie und Ausbildung in zeitgenössischem, traditionellem und urbanem Tanz. Durch den Tanz bewegt er sich entlang von Fragen nach Identität, Zugehörigkeit und Wandlung – auf der Suche nach einem Raum der Verbundenheit, in dem Mensch auf Mensch trifft.
Miguel möchte seine kreative Arbeit als Tänzer und Choreograf vertiefen, indem er sich mit den Tänzen der indigenen Gemeinschaft der Quillasinga auseinandersetzt. Diese Tänze bilden einen zentralen Bestandteil des festlichen, rituellen, tänzerischen, mündlichen, musikalischen und ästhetischen Erbes des Karnevals der Schwarzen und Weißen in seiner Heimatstadt Pasto, Kolumbien. In diesem Prozess wird ihn David Pupiales begleiten – ein bedeutender Künstler und Forscher aus dieser indigenen Gemeinschaft.
„Wir unterstützen Miguels Vorhaben, weil es mit dem aktuellen dynamischen Prozess in Kolumbien im Einklang steht, in dem die indigenen Gemeinschaften des Landes ihre kulturellen Identitäten revitalisieren, sich an kulturellen Wandel anpassen und zugleich der Auslöschung ihrer Kulturen angesichts äußerer Bedrohungen, Gewalt und Druck aktiv entgegenwirken. Miguels Arbeit erkennt an, dass Kultur kein statisches Gebilde ist, und setzt sich gleichzeitig dafür ein, kulturelles Erbe und Rechte – auch im Kontext der Diaspora – zu bewahren.
Auch die Wahl seines Mentors ist bemerkenswert und überzeugend: David Pupiales ist nicht nur interdisziplinärer Künstler, sondern auch Experte für die Tänze der indigenen Quillacinga-Gemeinschaft von Obonuco, der er selbst angehört. Darüber hinaus ist er Kunsthandwerker des Karnevals der Schwarzen und Weißen in Pasto sowie Leiter der Kompanie Danzantes del Sur. Seine Arbeit konzentriert sich auf traditionelle und indigene Tänze und sucht dabei nach neuen Ausdrucks- und Kommunikationsformen. Diese Zusammenarbeit verspricht einen künstlerischen Austausch, der eine tiefe, generationenübergreifende Verbindung innerhalb eines Volkes ermöglicht – geteilt durch Grenzen, vereint durch Kunst."
- Aus dem Jury-Statement

