Iréne Hultman Monti
Iréne Hultman Monti (geboren in Schweden) ist eine in New York lebende Choreografin, Performerin und Dozentin, deren Arbeit sich fließend zwischen zeitgenössischem Tanz, Oper, Installation und forschungsbasierter Performance bewegt. Ihre Forschungsinteressen umfassen, wie Medien, Affekt und spekulative Theorien Bewegung und künstlerische Produktion beeinflussen. Sie war Mitglied der Trisha Brown Dance Company (1983–1988) und später deren Probenleiterin (2006–2009).
1988 gründete Hultman ihre eigene Kompanie Iréne Hultman Dance (IHD), um eine choreografische Praxis zu verfolgen, die Abstraktion mit Theatralität verbindet – inspiriert sowohl von europäischen als auch amerikanischen Avantgarde-Traditionen. Mit nationalen und internationalen Tourneen entwirft sie häufig Situationen, die Choreografie mit Kontexten der bildenden Kunst, ortsspezifischen Installationen und szenischen Umgebungen verbinden.
Ihre Praxis ist geprägt von der Zusammenarbeit mit Performer:innen, Komponist:innen, bildenden Künstler:innen und Institutionen und bewegt sich mühelos zwischen Theater, Galerie und öffentlichem Raum. Ihr kreatives Interesse richtet sich darauf, wie Bewegung mit unterschiedlichen Umgebungen interagiert – einschließlich der inneren Landschaft. Hultman ist bekannt für ihre Offenheit gegenüber Komplexität und für die Verbindung von Improvisation und formaler Komposition, Intimität und Spektakel, Humor und Abstraktion.
Mit Auszeichnungen wie dem Guggenheim Fellowship (1994) und dem Foundation for Contemporary Performance Arts Award (1995) unterstützt, blieb ihre Kompanie bis 2001 aktiv. Auch wenn die formale Struktur von Iréne Hultman Dance beendet wurde, lebt ihr Geist in Hultmans fortlaufender Arbeit als Choreografin, Dozentin und Kollaborateurin weiter – sie schlägt Brücken zwischen Archiven, Disziplinen und Gemeinschaften durch das Medium der Bewegung.
Sie ist Mitbegründerin interdisziplinärer Initiativen wie Fire Works und Järna–Brooklyn, die schwedisch-amerikanischen Austausch und disziplinübergreifende Experimente in Performance und visueller Kultur fördern. Diese kollektiven Aktivitäten unterstreichen ihr Interesse an Praktiken, die die Grenzen zwischen Choreografie, Kuratieren und kollaborativer Produktion verwischen.
Hultman hatte Lehr- und Gastpositionen an Institutionen wie der Yale University (wo sie derzeit im Bereich Theater, Tanz und Performance Studies tätig ist), The New School, der Ohio State University sowie weiteren Universitäten und Kunstakademien weltweit, darunter die École Nationale Supérieure des Beaux-Arts in Paris und das Victoria College of Art in Melbourne. Ihre Lehrtätigkeit verbindet praktische Studioarbeit mit projektbasierter Forschungsbetreuung. Stilistisch entzieht sich ihre Arbeit einer klaren Kategorisierung: Sie bewegt sich zwischen Abstraktion und Theatralität, Archiv-Reenactment und neuen Medienexperimenten – stets mit dem Fokus darauf, wie Bewegung Affekt, Wissen und soziale Beziehungen vermittelt.
Hultman arbeitet weiterhin als Performerin, Dramaturgin und Dozentin an der Schnittstelle von Praxis und Theorie.

