Von links nach rechts: Jared Onyango (Fellow 2016), Dr. Ursula Sinnreich (Generalsekretärin Kunststiftung NRW), Yorgos Loukos (Jury), Antonio Ssebuuma (Fellow 2017), Euripides Laskarides (Fellow 2016), Anton Valdbauer (Fellow 2016), Ana Laguna (Jury), Ayelen Parolin (Fellow 2016), Salomon Bausch (Pina Bausch Foundation) und Mohamed Y. "Shika" (Fellow 2017)

Jury-Statements

Mohamed Yousry, alias ‚Shika’, zeichnet sich als Künstler durch sein kluges Verständnis aus, kulturelle Grenzen auszuloten, in dem er diese aus tänzerisch globaler Perspektive aufsucht. Mit seinem Vorhaben betrachtet er im Speziellen die unausgesprochene Lücke zwischen Ägypten und Afrika und versucht die kulturellen Barrieren über den Körper zu überwinden. Diese Idee eines Körper-politischen Statement basiert auf seiner Tanzausbildung in Ägyptischen, Afrikanischen und Asiatischen traditionellen Tänzen, sowie in europäischen Tanztechniken in bekannten Institutionen: etwa in Ägypten im Egypt Contemporary Dance Center, im Senegal an der Ecole des Sables, und in Brüssel, bei P.A.R.T.S. Folgerichtig hat Shika für das Pina Bausch Fellowship eine enge Schüler/Lehrer Kollaboration mit der in Brooklyn (New York) lebenden, aus Zimbabwe stammenden Performance Künstlerin Nora Chipaumire geplant. Sie wird Shika den notwendigen Einblick in ihre spezifische, künstlerisch reflektierte Arbeitsperspektive ermöglichen: Nora Chipaumires Arbeit befasst sich im Kern damit, die alten Ästhetiken und Vorstellungsbilder des (afrikanischen) Körpers zu dekonstruieren, um einen ‚New African Body’ zu denken und realisieren. Ein Körper, der losgelöst von kolonialistischen Spuren einen wesentlichen Beitrag zur international zeitgenössischen Sprache von Kultur und Bewegung, von Tanz, beitragen kann. Vor diesem Hintergrund wird Shika nicht nur Nora Chipaumires transkontinentale Arbeit im African-American Dance und dem traditionellen African Dance in New York und Zimbabwe begleiten, sondern an ihren Methoden des embodiment eines New African Body hin zu einer neuen Poetik des Tanzes teilhaben.

Antonio Ssebuumas künstlerisches Vorhaben basiert auf der Auseinandersetzung mit seinem eigenen Lebensweg als Tänzer und Choreograph, sowie dem Ermöglichen von Ausbildungswegen für vor allem junge Tänzerinnen und Tänzer in Kampala, Uganda, dem Ursprungs- und Wirkungsland Ssebuumas. Als zu Beginn autodidaktisch trainierter, und im Laufe der Zeit mit intensiver Praxis professionell wirkender Tänzer und Choreograph im Bereich Hip Hop und traditionellem Afrikanischem Tanz, arbeitet Ssebuuma insbesondere an der Schnittstelle zwischen sozio-kulturellen und künstlerischen Tanzprojekten und deren Verstetigung im gesellschaftlichen Umfeld – über Kampala hinaus, in verschiedenen Stätten Afrikas, sowie mit Kindern und Jugendlichen in Deutschland. Seine letzten Arbeiten in Kampala zeichneten sich bereits als sensibel und poetisch aus, jedoch zugleich unbequem ehrlich in Bezug auf ernsthafte Themen, die aus einer von Unruhen und Instabilität geprägten Umgebung entspringen, in der die Tänzer in Kampala wirken. Nach Nominationen und Preisen möchte Ssebuuma mit dem Pina Bausch Fellowship einen Perspektivwechsel unternehmen, der aus der bisherigen Praxis heraus auf andere Tanztechniken und vor allem Theorien blickt: Mit der Aufnahme am Dance Department an der University of Auckland in Neuseeland wird er in Diskurse eingeführt, deren Themen sich vom Community Dance in verschiedenen Kulturen bis zu einzelnen Tanztechniken spannen. Besonders der Kontakt zu Dr. Rosemary Martins, ehemalige Tänzerin, Lehrerin und jetzt Theoretikerin mit Fokus auf den Mittleren Osten, sowie die kulturelle Anpassung von Kunst und Öffentlichkeitsarbeit, wird Ssebuuma mit ihrer Expertise in Forschung und Lehre begleiten.

Mehr über die Stipendiaten

Abschlusspräsentationen der Fellows 2016

Samstag, 14. Januar 2017 von 14.30-16.30 Uhr
auf der Probebühne 2 des Opernhaus Wuppertal
Einlass ab 14:00 Uhr über den Parkplatz an der Wittensteinstraße

Der Eintritt ist frei.
Veranstaltung in englischer Sprache.

Die Fellows 2017 stellen sich vor

Public Talk mit den Stipendiaten 2017
17.00-18.00 Uhr, Kronleuchterfoyer, Opernhaus Wuppertal
Moderation: Dr. Anne-Kathrin Reif
Gesprächspartner*innen: Die Jurymitglieder Ana Laguna, Yorgos Loukos, Myriam de Clopper und die Fellows 2017

Die Veranstaltung findet in englischer Sprache statt.
Freier Eintritt.

Die neuen Fellows 2017

Antonio Ssebuuma Bukhar und Mohamed Yousry Shika sind die neuen Stipendiaten des Pina Bausch Fellowship.

Mehr über Antonio und Shika

Termine

  • Februar 2017
    Mohamed Yousry "Shika" macht den Auftakt des Pina Bausch Fellowship 2017 und reist zu Nora Chipaumire in Harare, Simbabwe.
  • Juli 2017
    Antonio Ssebuuma beginnt seinen Stipendiumaufenthalt bei Dr. Rose Martin in Auckland, Neuseeland.
  • November 2017
    Jurysitzung zur Auswahl der Stipendiaten*innen 2018
  • 24.-28. Januar 2018
    Einführungswoche der ausgewählten Stipendiaten*innen für 2018
  • Januar 2018
    Offizielle Bekanntgabe der Stipendiaten*innen 2018
  • 24. - 28. Januar 2018
    Abschlusswoche der Stipendiaten 2017 in Wuppertal.
  • 10.-15. Januar 2017
    Einführungswoche der ausgewählten Stipendiaten*innen für 2017
  • Januar 2017
    Offizielle Bekanntgabe der Stipendiaten*innen 2017

Alle Termine

CLOSING DATE

Mehr als 150 Künstler*innen aus aller Welt haben sich für das Fellowship 2017 beworben. Im kommenden November wird sich die Jury in Wuppertal treffen, um die neuen Fellows für 2017 auszuwählen.

Die Stipendiaten 2016 von links nach rechts: Ayelen Parolin (Choreografin), Anton Valdbauer (Tänzer), Jared Onyango (Choreograf) und Euripides Laskaridis (Regisseur und Choreograf).

Jury-Statements

Ayelen Parolin is establishing herself as an idiosyncratic choreographer. She made several adventurous works in which a rigorous approach of the body, the movement and the space is combined with theatricality and humour. Her collaboration with Jochen Roller will help her to extend her research on transcultural and ‘impure’ languages.

Euripides Laskaridis is also an artist interested in the theatrical impact of the body. His special interest in the work of Lemi Ponifasio, situated quite far from his own cultural and aesthetic field, will confront him with new perspectives on space, movement, body and representation.

Jared Onyango and Anton Valdbauer are closer to a proper choreographic and movement-based practice. Going from Nairobi to Norway to follow the work of Francesco Scavetta, Onyango will focus on abstract principles and compositional tools. Taking a step outside the dance and ballet environments, Valdbauer will experience the puppet theatre of Familie Flöz.

Mehr über die Stipendiat*innen

STATEMENT DER KUNSTSTIFTUNG NRW

Die Kunststiftung NRW ist seit vielen Jahren mit dem Tanztheater Pina Bausch in Wuppertal verbunden; so hat sie das Internationale Tanzfest NRW „Fest mit Pina“ und jüngst „PINA40 – 40 Jahre Tanztheater Wuppertal“ fördernd begleitet.

Umso mehr freuen wir uns nun über die neu begründete Kooperation mit der Pina Bausch Foundation, die sich im Rahmen eines internationalen Programms der künstlerischen Forschung in den Bereichen Tanz und Choreografie widmet.

Der freie künstlerische Dialog – ganz aus dem Geiste von Pina Bausch – soll Inhalt des Fellowship sein. Damit möchte die Kunststiftung NRW im internationalen Kontext ein deutliches Signal aus dem Tanzland NRW setzen.

Die Jury

Drei herausragenden Persönlichkeiten des Tanzes bilden die Jury für das Pina Bausch Fellowship. Ana Laguna (Tänzerin), Christophe Slagmuylder (Künstlerischer Leiter Kunstenfestivaldesarts) und Yorgos Loukos (Künstlerischer Leiter Tanz/ Opéra de Lyon, künstlerische Leiter des Athen- und Epidauros-Festivals) werden die Stipendiaten für das Fellowship 2016 und 2017 auswählen.

Bis zum 01. Oktober 2015 können sich Tänzer/ Tänzerinnen und Choreografen/ Choreografinnen noch online für das Stipendienprogramm bewerben.

-Alle Details zum Bewerbungsverfahren

-Vorstellung der Jurymitglieder

Foto: Uwe Schinkel,
© Pina Bausch Foundation

Der Kontakt mit anderen Künsten und Künstlern war für Pina Bausch immer von großer Bedeutung. Im Laufe der unzähligen Auslandsreisen des Tanztheater Wuppertal sind viele bleibende künstlerische Freundschaften entstanden.

Vielleicht fühlte sich deshalb das Konzept des Pina Bausch Fellowship von Anfang an so authentisch für uns an.

Im Zentrum steht dabei immer der Gedanke, die freie Entwicklung künstlerischer Persönlichkeit zu ermöglichen – unabhängig von Produktionszwängen und inhaltlichen Vorgaben.

Salomon Bausch